Fragen und Antworten

Anwohner und interessierte Bürgerinnen und Bürger stellen zu Recht Fragen rund um neue Projekte. Hier finden Sie eine Reihe grundlegender Fragen und Antworten zum Thema Kiesabbau. Falls Sie darüber hinaus etwas wissen oder mitteilen wollen, nehmen Sie bitte einfach Kontakt mit uns auf.

Für den Bau von Häusern, Straßen und Eisenbahnverbindungen werden große Mengen an mineralischen Rohstoffen benötigt. Glas, Kosmetika und viele weitere Produkte unseres Alltags enthalten Mineralien, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist, wie zum Beispiel bei Zahnpasta. Pro Bundesbürger liegt der Bedarf bei einem Kilogramm pro Stunde oder über 600 t im Leben – und diesem Bedarf müssen wir nachkommen.

Die Kiesgewinnung kann nur dort erfolgen, wo es Kies gibt. Unsere Region war in der Eiszeit von Gletschern bedeckt, welche Kies und Sand in der Moräne ablagerten. Darum verfügen wir heute im Gegensatz zu vielen anderen Landstrichen über diesen natürlichen Rohstoff. Kurze Wege: Ohne einen lokalen Abbau müsste Kies zu hohen Kosten und für Mensch und Umwelt belastend aus der Ferne herangeschafft werden – denn ohne mineralische Rohstoffe könnten hier keine Wohnhäuser, Gewerbegebäude oder Straßen gebaut werden.

Die Nutzung ist nur vorübergehend, das bedeutet, die Abbauflächen werden immer nur eine bestimmte Zeitlang genutzt. Nach dem Abbau werden sie in mindestens gleicher oder besserer Güte rekultiviert oder renaturiert. Diese Landschaftsentwicklung ist gesetzlich vorgeschrieben und durch strengste Auflagen abgesichert. Unsere regionalen Kieswerke haben viel Erfahrung und bereits erfolgreiche Renaturierungsprojekte durchgeführt. Auch im Herrschaftsholz soll der Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen an Qualität gewinnen.

Regionale Kieswerke helfen mit, unsere lebensnotwendige Infrastruktur zu pflegen und auf der Höhe der Zeit zu halten. Die Bauwirtschaft sorgt dafür, dass im Wohnungswesen, in der Gesundheitsversorgung, bei Arbeitsplätzen und Freizeiteinrichtungen das vorhandene Angebot weiterentwickelt werden kann. Die Versorgung mit mineralischen Rohstoffen ohne lange Wege ist dafür unverzichtbar.

Ein Kieswerk stärkt die Finanzkraft einer Gemeinde: Dessen Gewerbesteuer trägt dazu bei, dass unsere Gemeinwesen eine positive Wirtschaftsentwicklung nehmen. Außerdem sorgt das Angebot an vielfältigen Arbeitsplätzen für berufliche Perspektiven. Die Rohstoffversorgung vor Ort schafft positive Wechselwirkungen durch weitere Industriebetriebe, die sich in der Region ansiedeln können.

Die geplante Fläche des Abbaugebiets Herrschaftsholz beträgt ca. 45 ha, jedoch werden für den Abbau Zug um Zug nur Teilflächen benötigt. Das bedeutet, Abbau und Rekultivierung laufen zeitgleich. In Baden-Württemberg werden mit 7.200 Hektar nur 0,2 Prozent der Landesfläche für den aktuellen Abbau genutzt – ein verschwindend geringer Anteil.

Üblicherweise sind dies das antragstellende Unternehmen, die Gemarkungsgemeinde, die Forstbehörde und das Landratsamt als Genehmigungsbehörde. Außerdem je nach Lage Grundstückseigentümer sowie oftmals verschiedene Naturschutzverbände bzw. –organisationen und die beauftragten Planungsbüros.

Lange vor Beginn des Kiesabbaus müssen hinsichtlich der Voruntersuchungen strenge gesetzliche Auflagen erfüllt werden. Das öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren beteiligt die vorgeschriebenen Behörden sowie Interessengruppen und gestaltet sich oftmals langwierig. Im Ergebnis wird gesichert, dass der Abbau so schonend wie möglich erfolgt und alle Abbauflächen bestmöglich renaturiert bzw. rekultiviert werden.
Die üblichen Auflagen müssen den Ansprüchen der betroffenen Interessengruppen gerecht werden; dazu gehören neben dem Schutz der Bevölkerung die Vorgaben der Standortgemeinde oder der Genehmigungsbehörde. Beispiele dafür sind:

• umfassende Sicherheitsvorkehrungen treffen
• Naherholungsräume erhalten
• konfliktarme Flächen vorrangig nutzen
• genaue und regelmäßige Dokumentation von Abbaufortschritt, Rekultiverung usw.
• Transportverkehr und Emissionen so gering wie möglich halten
• kommunale Entwicklung und Verkehr nicht stören
• Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes vermeiden
• freizeitgerechte Nachnutzung

Ja, sogar sehr gut: Bis zu 90 % der mineralischen Restmassen aus Abrissen oder aus Umbauten werden recycelt. Anders gesagt, einmal gewonnene mineralische Rohstoffe gehen nicht verloren, sie können wiederverwendet werden und vermindern die notwendige Fördermenge. Dadurch werden unsere Umwelt und die natürlichen Ressourcen geschont.

Rekultivierung: Gesetzlich vorgeschriebene Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen durch geeignete gestalterische Maßnahmen. Im Ergebnis können landwirtschaftliche Nutzflächen, Wälder oder auch Naherholungsgebiete entstehen.

Renaturierung: Rückführung von Nutzflächen wie z.B. begradigte Flüsse, Eisenbahnlinien oder landwirtschaftliche Flächen, Abbauflächen von mineralischen Rohstoffen in einen naturnahen Lebensraum. Meist werden die Flächen ihrer natürlichen Entwicklung überlassen – die Natur erobert sich ihr Gebiet wieder zurück.

Ja, aktuelle Genehmigungen schreiben ein sogenanntes Monitoring vor. Das bedeutet, dass Fortschritte und Erfolge von Rekultivierungen genau und regelmäßig überprüft werden. Das Monitoring umfasst neben dem Thema Rekultivierung auch weitere Umweltstandards wie zum Beispiel die Prüfung der Grundwasserqualität.

Nein, auf keinen Fall. Bereits in der Planungsphase eines Projekts wird festgelegt, wie man die Flächen anschließend wieder nutzt. Strenge gesetzliche Vorschriften schreiben vor, dass mindestens in gleicher Art und Güte renaturiert bzw. rekultiviert wird. Insbesondere land- oder forstwirtschaftliche Nutzflächen werden so zu Biotopen für bedrohte Tiere und Pflanzen oder zu naturnahen Naherholungsgebieten für die Bevölkerung.

Für den Kiesabbau gelten verschiedene Zertifizierungen und Gütesiegel, die wichtigsten sind:

Zertifizierung durch den Baustoffüberwachungs- und Zertifizierungsverband für die jeweiligen Bundesländer, in unserer Region der Baustoffüberwachungs- und Zertifizierungsverband Baden-Württemberg e.V.

Zertifizierung durch den Überwachungs- und Zertifizierungsverein für die Verfüllung von Gruben, Brüchen und Tagebauen e.V.

Der Mutterboden ist der oberste und fruchtbarste Horizont des Bodens. Neben den mineralischen Hauptbestandteilen enthält er, im Gegensatz zu tiefer liegenden Bodenhorizonten, einen hohen Anteil an Nährstoffen und organischer Substanz (Humus) sowie eine große Menge an Bodenlebewesen. Mutterboden ist eine wichtige Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen und daher eine wertvolle, endliche Ressource. (Wikipedia)

Bei jedem Kiesabbau ist der Schutz des Mutterbodens besonders wichtig. Schonend entfernt und gelagert, kann er nach Ende des Abbaus zurückgebracht oder andernorts wieder sinnvoll aufgebracht werden.